Tagebucheintrag

Warum Kommunalpolitik? 55/365

Heute möchte ich einen ersten Beitrag darüber schreiben, warum ich mich noch mehr in die Kommunalpolitik in Bautzen/Budyšin einbringen möchte. Bisher bin ich lediglich eine Person, die immer wieder den Finger in die Wunden in der Spreestadt legt. Nun habe ich aber beschlossen, dass ich mich mehr in die Stadtpolitik einbringen möchte und deshalb für die Wahl zum Stadtrat antreten werde. Im heutigen Beitrag geht es dabei eher um das Warum – in weiteren Beiträgen in den kommenden Wochen wird es dann um Themen gehen.

Bereits zu Beginn meines Studiums 2006 habe ich begonnen mich politisch zu engagieren. Ich habe das Studium in einer Zeit aufgenommen, in der aus meiner Sicht, Studierende in ihrer Freiheit eingeschränkt werden sollten. Ab dem Wintersemester 2007/06 wurden in Hessen für zwei Semester Studiengebühren eingeführt. Es regte sich Protest unter den Studierenden. Zudem wurde in der Phase zu Beginn meines Studiums die Bologna-Reform in meinem Studiengang umgesetzt – sprich das Studium wurde auf Bachelor- und Master-Studiengänge umgestellt. Ich war jeweils in den ersten Jahrgängen, die das betraf. Sowohl die Einführung der Studiengebühren als auch die Veränderungen in der Form der Studiengänge empfand ich als ungerecht und die Freiheiten der Studierenden beschränkend. Die logische Konsequenz für mich: Ich habe mich ab meinem ersten Studiensemester in die universitäre Selbstverwaltung – also die Hochschulpolitik – eingebracht, um gestalten zu können und Dinge zu verändern. Ich war gewählte Fachschafts- und Fachbereichsrätin am Fachbereich “Geschichts- und Kulturwissenschaften” der Justus-Liebig-Universtiät in Gießen und in diversen Ausschüssen aktiv. Damals kam mir (noch) nicht in den Sinn in die Kommunalpolitik zu gehen, da ich mich an der Hochschule stark einbringen konnte.

Nach dem Studium kam eine Phase in meinem Leben, in der schlicht die Zeit fehlte mich politisch zu engagieren, da ich neben einer vollen Stelle nebenberuflich an meiner Dissertation schrieb. Erst nach der Abgabe, die ungefähr zeitgleich mit meinem Umzug nach Bautzen/Budyšin war, hatte ich wieder mehr freie Zeit, die ich für ehrenamtliche Arbeit einsetzen konnte. Diese investierte ich in der Spreestadt im ersten Jahr vor allem in die Patenschaften für Refugees und weniger in politische Themen. Erst Ende 2016 habe ich dann angefangen mich zu Themen zu äußern, die die Politik in Bautzen/Budyšin betreffen. Ich fing an den Finger in die Wunde zu legen, nachzufragen und zu hinterfragen. Ich organisierte Lesungen, meldete Demos an, blogge und twittere. Irgendwann im Laufe des Jahres 2018 kamen dann erste Anfragen von Mitgliedern von Bündnis 90/Die Grünen, ob ich es mir vorstellen kann, für die Kommunalwahl auf deren Liste zu kandidieren. Lange nachdenken musste ich darüber nicht – ja, ich konnte es mir vorstellen und ja, ich werde es! Genau wie in der Zeit zu Beginn meines Studiums, die an den Hochschulen eine sehr politische und politisierende Phase war, leben wir auch heute in einer Zeit, die sehr politisch ist. Man kann meckern oder machen. Konsequent ist man, wenn man nicht nur Zustände anprangert, sondern dann auch selbst versucht etwas zum Besseren zu verändern. Deshalb ist es aus meiner Sicht nur logisch, dass ich nach den Jahren, in denen ich viel “gemeckert” habe, nun auch versuche in den Stadtrat zu kommen, damit ich dort hoffentlich die Chance bekomme, auch zu aktiver die Politik in der Stadt und die Belange der Bürger*innen gestalten zu können.

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