Tagebucheintrag

Presseschau und einige Gedanken 53/365

In den letzten Wochen sind noch zwei weitere Beiträge in der Presse erschienen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Zum einen handelt es sich um einen Beitrag von Doreen Reinhard für die “Zeit im Osten”, der sich mit dem “Kampf um Bautzen” beschäftigt. In ihm versucht die Autorin mehrere Seiten der Debatte in Bautzen/Budyšin zu beleuchten. Ich habe nicht sehr lange mit ihr gesprochen und finde es beachtlich, dass sie zu diesem Schluss kommt:

Tatsächlich reflektiert Annalena Schmidt ihre Rolle selbst mehr, als viele glauben mögen. Sie fühlt sich – das merkt, wer länger mit ihr spricht – auch nicht nur wohl damit, in Bautzen diejenige zu sein, die die Verhältnisse anprangert.

Zitat aus: “Kampf um Bautzen”

Damit hat Reinhard durchaus recht. Das gilt nicht für alle Tage – aber in letzter Zeit gab es viele Tage, in denen ich mich mit meiner Rolle nicht immer wohl gefühlt habe. Der Beitrag ist ingesamt sehr lesenswert, da die Autorin versucht möglichst viele unterschiedliche Positionen einzufangen. Eine bleibt ihr verwehrt:

Und was sagt Drews? Man würde ihn das gerne fragen, doch ein Gespräch mit der ZEIT lehnt er ab. Er habe schlechte Erfahrungen mit der Presse gemacht. Interviewen lässt er sich selten, und wenn, dann nur von ausgewählten Medien. Oft von jenen, die er selbst unterstützt. 

Zitat aus: “Kampf um Bautzen”

In dem Beitrag kommen weitere Stimmen aus der Spreestadt zu Wort. Für den Artikel gibt es eine absolute Leseempfehlung meinerseits!

Weiterhin ist in der taz ein Beitrag unter dem Titel “Die gehasste Wahlsächsin” von Thomas Gerlach erschienen, den ihr ebenfalls lesen solltet. Ein aus meiner Sicht sehr gelungener Beitrag. Mit Lieblingsabsatz ist dieser:

Das Café Enjoy ist gähnend leer. Annalena Schmidt hat sich einen Tee kommen lassen. Merkwürdig, dass eine Frau, die 1986 geboren und in einem Dorf in Mittelhessen aufgewachsen ist, eine Frau mit nach hinten gebundenen Haaren, dunkler Brille und geradezu arglosen Blümchen auf der Bluse so zum Gottseibeiuns werden konnte. Als würde Annalena Schmidt über magische Kräfte oder Apparaturen verfügen. Dabei liegt neben ihr nur ein Smartphone.

Zitat aus: “Die gehasste Wahlsächsin”

Eine Frage, die ich mir selbst sehr oft stelle: Wie kam es eigentlich, dass ich nur mit meinem Kopf, dem Notebook und dem Smartphone “bewaffnet” die Rolle einnehmen konnte, in der ich derzeit bin. Ich denke, dass ich das – mit viel Ruhe – mal genauer reflektieren muss. In diesen etwas chaotischen Wochen ist ein genaues Nachdenken darüber nicht möglich. Aber bald stehen einige Tage Urlaub an. Vielleicht finde ich dort die Zeit einmal darüber nachzudenken und dann auch darüber zu schreiben!

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