Tagebucheintrag

Der “Frieden” in der Kritik 29/365

Morgen wird in Bautzen/Budyšin am 1001. Jahrestag des Friedensschluss zu Bautzen ein “Friedenspreis” verliehen. Nicht aber von der Stadt, sondern vom Verein “Bautzner Frieden”. Zuletzt hatte der Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) Kritik geäußert, die sich auf einen der diesjährigen Preisträger – Willy Wimmer – bezieht. Ahrens sagte in der “Sächsischen Zeitung” (€), dass Dinge, die Wimmer zuletzt geäußert habe in Richtung Volksverhetzung gingen und dies mit Frieden nichts zu tun habe. Einen Beitrag zur Geschichte des Vereins und warum nicht nur der morgige Preisträger Willy Wimmer für Kritik sorgen sollte, habe ich gestern als Gastbeitrag von Marcel Fischer auf meinem anderen Blog veröffentlicht.

Laut Tag24 wird Landrat Michael Harig (CDU) an der Veranstaltung teilnehmen und wolle dort in einem Grußwort “kritische Punkte ansprechen”.

Ich selbst hatte eine Einladung zu der Veranstaltung Anfang Januar in meinem Briefkasten und empfand sie als sinnlose Provokation. Den Akteuren des Vereins ist es bekannt, dass ich sie sehr kritisch sehe.


Ein Verein der seit seiner Gründung in der Kritik steht (ihr könnt es im oben verlinkten Blogbeitrag nachlesen), sollte nicht belohnt werden, indem Akteure der Politik und Zivilgesellschaft, die sich für ein demokratisches Miteinander einsetzen, durch ihren Besuch der Veranstaltung den Eindruck geben, dass sie von der Gesellschaft anerkannt ist. Der Verein wird sich nun damit schmücken, dass der Landrat ein Grußwort gesprochen hat. Ob seine kritischen Worte Gehör finden, bezweifle ich.

Aber nun ja: Wir sind eben im Wahljahr! Die CDU bangt darum ihren Spitzenplatz in Sachsen räumen zu müssen und da sind Auftritte bei Veranstaltung, auch wenn sie noch so umstritten sind, recht, um vielleicht den*die eine oder andere Wähler*in, die zur AfD abgewandert ist, wieder zu gewinnen.



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