Tagebucheintrag

Überraschungen 16/365

Zwei Dinge haben mich heute mehr oder weniger überrascht. Zum einen der Oberbürgermeister von Bautzen/Budyšin und zum anderen ein Aspekt, der aus den Rechenschaftsberichten der Parteien hervorgeht, die die Bundestagsverwaltung heute veröffentlicht hat.

Zunächst zu Alexander Ahrens (SPD): In den letzten beiden Jahren habe ich bei ihm eine klare Haltung vermisst. Seit Jahresbeginn ist, wenn man nach seinen medialen Verlautbarungen geht, der Mann wie ausgewechselt. Er bezieht klar Haltung zu rechten und verschwörungsideologischen Umtrieben in der Stadt. Es begann mit einem Interview in der SZ, in dem er kritisierte, dass ein Bauunternehmer auf einer Demo sprach, bei der auch die sogenannte “Identitäre Bewegung” mitlief. Und auch nach einer der vielen Aktionen der rechtsextremen Gruppe in der Stadt, bezog er Stellung und verurteilte die Hetze durch die IB. Heute veröffentlichte die SZ einen Artikel (€), in dem es um den “Friedenspreis” geht, den der Verein “Bautzner Frieden” an Willy Wimmer überreichen möchte. Auch hier bezieht der Oberbürgermeister erstaunlich klar Stellung. Er fordert den Verein auf Wimmer wieder auszuladen. Es werde kein offizieller Vertreter der Stadt an der Verleihung teilnehmen. Eine solch klare Haltung hat man in den letzten Jahren vermisst. Die klare Haltung von Oberbürgermeister Ahrens stimmt mich hoffnungsvoll in Bezug auf die Situation in Bautzen/Budyšin.

Und nun zu der zweiten Überraschung, die eigentlich keine wirkliche Überraschung, sondern vielmehr eine Bestätigung dafür war, was man schon länger vermuten konnte. Die Bundestagsverwaltung hat heute die Rechenschaftsberichte der Parteien für das Jahr der Bundestagswahl 2017 veröffentlicht. Unter den Großspendern der Parteien aus dem Bereich der Wirtschaft taucht auch ein Unternehmen aus Bautzen/Budyšin auf: Hentschke Bau, dessen Geschäftsführer Jörg Drews in der Stadt auch immer wieder durch sein politisches Agieren auffällt, spendete der AfD 19.500 Euro.

Aufgrund der politischen Betätigung des Geschäftsführers Drews, ist es keine wirkliche Überraschung. Ich bin aber gespannt, wie man in Bautzen/Budyšin damit umgehen wird. Gerade im letzten Jahr wurde immer wieder gesagt, man müsse die politischen Aktivitäten der Privatperson Drews von der Firma Hentschke Bau trennen. Das wird nach dieser Veröffentlichung nicht mehr so einfach möglich sein!

Ihr seht, es bleibt spannend in Bautzen/Budyšin und Sachsen!

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