Allgemein,  Tagebucheintrag

Ahrens – Drews – Schmidt 10/365

Als ich heute nach dem Aufstehen Twitter öffnete, sah ich direkt einen Tweet, der mein Interesse weckte: Der SPD-Oberbürgermeister von Bautzen/Budyšin fordert Jörg Drews, Geschäftsführer von Hentschke Bau, auf, dass er sich von rechtsextremen Gruppen wie der “Identitären Bewegung” distanzieren solle. Dies interessierte mich sehr, denn bisher hatte der Oberbürgermeister keine Kritik an Drews und seinem politischen Agieren geübt. Woher nun der Sinneswandel? Der kritisierte Auftritt des Bauunternehmers liegt schon einige Zeit zurück. Damals hatte Drews bei einer rechten Demo auf dem Kornmarkt, dem auch Aktivisten der rechtsextremen “Indentitären Bewegung” mit Fahnen und Bannern zugegen waren, geäußert, dass er auf dem Platz weite Teile der Stadtgesellschaft sehe. In dem Artikel der “Sächsischen Zeitung” wird dann deutlich, warum die Kritik erst jetzt kommt: Ahrens hatte in einem Interview eine Aussage dazu getroffen und der Artikel ist nur ein das eigentliche Interview begleitender Artikel. Da mich das Thema doch sehr interessiert, las ich also noch vor dem ersten Kaffee das Interview (€) im ePaper der “Sächsischen Zeitung”. Danach wunderte ich mich nicht nur über die Aussage des Oberbürgermeisters über Drews, sondern auch, dass Ahrens auf die Frage, wann denn eine öffentliche Diskussion mit Jörg Drews in Bautzen stattfinden soll, sagte, dass diese für das erste Quartal geplant sei. Und weiter:

Neben Herrn Drews möchte ich dazu auch, die Demokratiepreisträgerin Annalena Schmidt, einladen. Aber auch die Menschen im Publikum dürfen dann mitdiskutieren. Ich verspreche mir von der Runde einen tatsächlichen Meinungsaustausch, eine Diskussion auf Sachebene. Die gab es bisher nicht. Ich gehe mit Herrn Drews in einer Reihe von Ansichten nicht konform. Aber ich habe von ihm nie einen Satz gehört, der sich gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung richtet.

Hat die Krone eine Chance, Herr Ahrens?, Interview mit Alexander Ahrens in der Sächsischen Zeitung vom 10. Januar 2018.

Die Aussage, dass ich ebenfalls zu der Diskussion mit Jörg Drews eingeladen werde, wunderte mich sehr. Hatte der Oberbürgermeister in der Stadtratssitzung im August doch noch angekündigt, dass es eine Diskussion geben werde, aber auch, dass zwei Stadträte, die Drews zuvor kritisiert hatten, und ich nicht eingeladen würden. Daran gab es Kritik – unter anderem in einem offenen Brief des MdB Stephan Kühn (Bündnis 90/Die Grünen). Ahrens ruderte zurück und lud die beiden Stadträte in einer Videobotschaft wieder zu der Diskussion ein. Die “Sächsische Zeitung” berichtete darüber.

Nun also sind es nicht die Stadträte, die einen Platz auf dem Podium finden sollen, sondern ich? Ich glaubte nicht so recht daran. Zuletzt sprach der Oberbürgermeister von der Diskussion im September und man hatte dann lange nichts darüber gehört. Ich ging davon aus, dass er in dem Interview reagieren musste, aber es nicht in absehbarer Zeit zu einer solchen Diskussion kommen wird. Doch es könnte sein, dass ich falsch lag, denn im Laufe des Tages schrieb mich der Referent des Oberbürgermeisters an und fragte an, ob ich mich generell an einer solchen Diskussion beteiligen würde. Das Ganze hörte sich nun doch sehr konkret an! Das freut mich sehr. Denn ich denke, dass eine solche Diskussion – nicht nur in Bautzen/Budyšin – überfällig ist! Sobald die Planung konkreter wird, lasse ich es Euch wissen.

One Comment

  • Marcel

    Die Diskussion ist überfällig. Seit September haben sich aber die Rahmenbedingungen stark verändert. Jetzt hat die Diskussion das Potenzial als reine Wahlkampfveranstaltung wahrgenommen zu werden.

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