Tagebucheintrag

Wer ist die Wahlsächsin? 2/365

Im heutigen Beitrag möchte ich etwas über mich schreiben, damit ihr wisst, mit wem ihr es hier zu tun habt und damit ihr die Beiträge besser einzuordnen wisst. Mein Name ist Annalena Schmidt, ich lebe seit ziemlich genau drei Jahren in Bautzen/Budyšin und arbeite hier als Historikerin. 1986 in Gießen geboren, bin ich in einem kleinen hessischen Dorf in der Nähe aufgewachsen und zur Schule gegangen. Ich habe in Gießen unter anderem Geschichte und Fachjournalistik Geschichte studiert und zur Geschichte der Shoah (des Holocaust) promoviert.

Sehr oft werde ich gefragt: „Was hat Dich denn in die Oberlausitz gezogen?“ Ich vermute, dass alle hören wollen: „Die Liebe!“ und dann eine schnulzige Geschichte über den Mann meines Lebens, wegen dem ich mein Leben in Mittelhessen aufgab und nach Bautzen/Budyšin zog. Doch so war es nicht – ganz und gar nicht… Keiner der Fragenden vermutet die Antwort: „Wegen des Jobs!“ Aus der Sicht der meisten Menschen hier zieht man aus der Region wegen des Jobs weg, aber in die Oberlausitz ziehen, das denken wohl die Wenigsten. Nach der Abgabe der Doktorarbeit war ich auf der Suche nach neuen thematischen Herausforderungen und es verschlug mich an Sorbische Institut/Serbski institut in Bautzen/Budyšin. Dort habe ich eine Projektstelle, die noch bis Mitte 2019 läuft.

Am 1. September 2015 startete mein Abenteuer Bautzen/Budyšin. Da ich bis Ende 2015 allerdings noch eine zweite halbe Stelle in Hessen hatte, pendelte ich im Wochentakt zwischen Hessen und Sachsen. Der wirkliche Umzug erfolgte Anfang Januar 2016. Zumindest physisch lebe ich seitdem nur noch in der Stadt an der Spree – der Kopf hat etwas länger für das Ankommen benötigt!

Ich kannte in der Stadt niemanden, auch in Dresden nicht! Ich kenne in jeder größeren Stadt Deutschlands Menschen, aber nicht in Ostsachsen oder der Oberlausitz. Deswegen war ich damals auch der festen Überzeugung, dass ich in den drei Jahren in der Hauptstadt der Sorben neben meinem Job in aller Ruhe noch meine Doktorarbeit veröffentlichen kann, da einen hier ja nichts ablenkt. Dies sollte ein Trugschluss sein – die Doktorarbeit ist bis heute nicht veröffentlicht und es werden mehr als die drei ursprünglich geplanten Jahre in Sachsen werden. Mittlerweile habe ich nicht nur in Bautzen/Budyšin, sondern auch in Dresden, Leipzig, Görlitz und vielen anderen größeren und kleineren Städten in Sachsen Menschen kennengelernt und es sind wunderbare Freundschaften entstanden. Die eigentlichen drei Jahre, die ich in Sachsen verbringen wollte, sind bereits überschritten und derzeit zieht mich hier auch nichts weg. 

Ihr werdet im Laufe dieses Projektes noch sehr viel mehr über mich erfahren. Heute möchte ich Euch neben den wenigen Zeilen über mein Leben und den Weg nach Sachsen noch einige Beitrage ans Herz legen, in denen ihr sehen oder lesen könnt, was ich in den letzten drei Jahren hier in Sachsen so gemacht habe und was ich mir für dieses Jahr wünsche. Es sind ein Video, ein Podcast sowie ein Interview. Das Video stammt aus dem Mai 2018 und wurde im Kontext der Auszeichnung als “Botschafterin für Demokratie und Toleranz” erstellt:

Der Podcast wurde im November 2018 für “Sächsische Verhältnisse” aufgezeichnet. Darin äußere ich mich bereits zum Wahljahr 2019:

Und auch auch im Interview für Herzkampf mit Martin Neuhof, von dem übrigens auch das Foto zu dem Beitrag stammt, sprach ich bereits das Wahljahr an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.